Broken Dream im studio
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2. Oktober 2003:
Gegen elf schlage ich im studio auf,
der Rest der Band wird erst abends dazustoßen, also Zeit
und Ruhe die nötigen Vorbereitungen zu treffen. Erst einmal
Ordnung in das Chaos aus herumstehenden Aufnahme-Equipment, Instrumenten
und Bierkisten bringen. Zur Ehrenrettung meiner Mitmusiker muß
ich erwähnen, daß das Bier nicht Broken Dream gehört...
Step one: Abhöre aufbauen und CD-Player anschließen.
Dann die all-time-Band-Favorit-CDs einwerfen und alles andere
geht schon viel leichter von der Hand. Hoch im Kurs stehen im
Moment Dishwalla (live), Matchbox 20 und Kane. Deutlich oberhalb
der Zimmerlautstärke und mitsingend, mache ich das Schlagzeug-Setup
und anschließend die gesamte Verkabelung. Bald spannen sich
zwischen Schlagzeug und Regie-Raum, 4 verschiedene Kabelarten.
Um sechs trudeln die anderen Dreamer ein un damit bricht das gerade
gelichtete Chaos wieder hervor. Während zwei Gitarristen
ihre Verstärker und Effektgeräte hin und herschleppen,
mache ich die Monitoranlage (Kopfhörer, Verstärker)
klar. Jetzt spannen sich auch noch ein halbes Dutzend Kopfhörerkabel
quer durch das Studio und von der Decke hängen die noch unbenutzten
Headphones. Steffi plaziert sich und ihr Keyboard direkt vor der
Bassdrum, nach dem ersten Probe-Durchgang hat sie eine ansprechende
Fön-Frisur und beklagt sich massiv! Dafür hat sie die
Digital-Camera von Thomas entdeckt und dokumentiert eifrig den
Studio-"Albtraum".
Wir spielen das erste Stück an, pegeln ein, perfektionieren
den Monitormix und hören in die einzelnen Spuren rein, um
Verbesserungen in der Mikrofonpositionierung vorzunehmen. Gegen
neun hört sich das ganze schon ziemlich druckvoll an und,
zufrieden mit dem Erreichten, brechen wir eine halbe Stunde später
in den verdienten Feierabend auf.
Marcel.
Marcel
hatte bereits den ganzen Tag sein Studioequipment aufgebaut und
zeigte eine gewisse Erschöpfung, während wir anderen
uns tagsüber auf unserer Arbeit erholen konnten und recht
frisch ans Werk gehen konnten (Ja, ja, ... die scheiß Beamten
unter uns... oder weh meint Thomas??)
Etliche Stecker und Buchsen mussten
noch zusammengeführt werden, Verstärker verschoben und
Mikrofone positioniert. Als jeder seinen Kopfhörer aufhatte
schickte Marcel probeweise den Soundtrack eines Beate Uhse Videos
auf die Kopfhörerkanäle. Kannte ich aber schon.
Dann dürfte jeder ein paar Töne
spielen. Ich fing an und alle schüttelten mit dem Kopf. Wenn
die anderen was spielten zollten sie sich gegenseitig Lob und
Anerkennung. Dann spielten wir alle zusammen und jeder behauptete,
er (oder sie) könne sich nicht hören. Nachdem jeder
etwas lauter gedreht wurde war es dann allen zu laut. Andy hat
dann die Gesamtlautstäke zurückgenommen, und jeder meinte,
jetzt sei es besser. Eigentlich klang es wie vorher
Das war es dann auch für den
ersten Tag. Mit Musik-machen hatte das eigentlich wenig zu tun.
Thomas
3. Oktober 2003:
Steffi war mal wieder viel zu früh
wach - um 7 war die Nacht zu Ende - son Sch..! Aber: Zeit sollte
man konstruktiv nutzen, also hab ich mir erstmal n Video angeschaut,
zur Feier des Tages mal wieder mein Lieblingsfilm: Schlaflos (wie
passend) in Seattel. Filme wurde um 9 Uhr unterbrochen.. Sch...,
der Wasserkochern und der Ofen angeschmissen, die Dritten geputzt
und so weiter und so weiter.. Hektik kam erst auf, als Micha (pünktlich
wie immer... son Sch...) vor der Tür zum Abholen stand.
n.n.
4.
Oktober 2003
Gesundheitsbewußt wie
wir nun mal sind, achten wir auch bei der ganzen Aufnahmearbeit
auf eine ausgewogene Ernährung.
Das bedeudet, sämtliche Imbissmöglichkeiten in der näheren
Umgebung steigern ihren Umsatz um ein Vielfaches.
Hier ein kleiner Auszug:
Donnerstag: Currywurst mit Pommes
Freitag: Wahlweise Döner oder Hamburger
Samstag: Steffi kauft diverse Süßigkeiten, um uns alle
bei Laune zu halten.
5. Oktober 2003
Puh.... die Zeit vergeht und die Jungs
lassen sich schon seit 2 Stunden so richtig aus... die Uhr zeigt
22 Uhr; Micha hats (doch noch nicht ganz, steht aber kurz davor
und bekommt aufmunterndes Lob vom Mixmaster) im Kasten; Thomas
macht auch schon seit einigen Minuten Trockenübungen und
brennt darauf, eine Stelle ca. 50 mal einzuspielen, bis auch das
letzte Detail perfekt ist. Detlef hat es sich auf der Matratze
("Weeßt Du, watt dit für Klecken sind?")
gemütlich gemacht. Er hat einen zufriedenen Gesichtsausdruck
aufgelegt, scheint zu unseren Aufnahmen zu meditieren und blickt
andächtig in die Runde.
(Später am Abend)
Marcel scheint (fast) noch kein bißchen müde (oder
kann seine Müdigkeit echt gut verbergen..); und wird sich
schon so seine Gedanken machen. Vielleicht denkt er sich ja Folgendes
(Eine Momentaufnahme):
"Man, was sind denn das für Schlaffies, Nieten, Versager??
Wann sind sie endlich mürbe und gehen nach Hause?? Dann kann
ich endlich die Takes alleine einspielen.. wird doch eh nix mit
denen.. kann ich sowie so alles besser! Schließlich übe
ich schon seit Wochen (un-)heimlich .. und besser als unsere Senioren
bin ich alle mal! Halt... da klappert doch was? Ist es mal wieder
das Gebiß vom alten Gremmer? Ach nein - Steffi zerhackt
die Tastatur des Laptops!
Und die Knurrgeräusche?? Wessen Magen es genau ist, läßt
sich nicht differenzieren.. obwohl wir heute Mittag in den Genuss
von ca. 10 Kilo Spaghetti, 7 Liter Soße, 2 Eimer Gurkensalat
und 7 Packungen Eis bei Marcels Mama kamen, stehen wir hier kurz
vorm Verhungern (oder doch nur die Steffi??).. Wieviel Energie
der Gedanke und die Versuche, "gut" zu sein kosten...!
Spruch des Tages könnte werden:
"Der war ziemlich gut!" - gefolgt von: "Laß
mal hören!" Diesen Dialog üben Marcel und Thomas
nun schon seit einer Stunde (Daher können sie ihn aber schon
fast perfekt).
Da kommt noch einer: "Heb den uff und geb mir noch einen!"
Steffis Langeweile zwischendurch
ist kaum zu übersehen. Sie tigert durch den Raum, schaut
sich jedes Foto, jede Sprüche und sonstige eingestaubten
Dinge an. Zum Glück gab es Video-Kamera und Fotoapparat.