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Broken Dream
Emotional Rock
aus Berlin

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06.02.2012 | 14:30:16 
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Studio-Tagebuch (Oktober 2003)

Broken Dream im studio 85

2. Oktober 2003:

Gegen elf schlage ich im studio auf, der Rest der Band wird erst abends dazustoßen, also Zeit und Ruhe die nötigen Vorbereitungen zu treffen. Erst einmal Ordnung in das Chaos aus herumstehenden Aufnahme-Equipment, Instrumenten und Bierkisten bringen. Zur Ehrenrettung meiner Mitmusiker muß ich erwähnen, daß das Bier nicht Broken Dream gehört...
Step one: Abhöre aufbauen und CD-Player anschließen. Dann die all-time-Band-Favorit-CDs einwerfen und alles andere geht schon viel leichter von der Hand. Hoch im Kurs stehen im Moment Dishwalla (live), Matchbox 20 und Kane. Deutlich oberhalb der Zimmerlautstärke und mitsingend, mache ich das Schlagzeug-Setup und anschließend die gesamte Verkabelung. Bald spannen sich zwischen Schlagzeug und Regie-Raum, 4 verschiedene Kabelarten.
Um sechs trudeln die anderen Dreamer ein un damit bricht das gerade gelichtete Chaos wieder hervor. Während zwei Gitarristen ihre Verstärker und Effektgeräte hin und herschleppen, mache ich die Monitoranlage (Kopfhörer, Verstärker) klar. Jetzt spannen sich auch noch ein halbes Dutzend Kopfhörerkabel quer durch das Studio und von der Decke hängen die noch unbenutzten Headphones. Steffi plaziert sich und ihr Keyboard direkt vor der Bassdrum, nach dem ersten Probe-Durchgang hat sie eine ansprechende Fön-Frisur und beklagt sich massiv! Dafür hat sie die Digital-Camera von Thomas entdeckt und dokumentiert eifrig den Studio-"Albtraum".
Wir spielen das erste Stück an, pegeln ein, perfektionieren den Monitormix und hören in die einzelnen Spuren rein, um Verbesserungen in der Mikrofonpositionierung vorzunehmen. Gegen neun hört sich das ganze schon ziemlich druckvoll an und, zufrieden mit dem Erreichten, brechen wir eine halbe Stunde später in den verdienten Feierabend auf.

Marcel.

Marcel hatte bereits den ganzen Tag sein Studioequipment aufgebaut und zeigte eine gewisse Erschöpfung, während wir anderen uns tagsüber auf unserer Arbeit erholen konnten und recht frisch ans Werk gehen konnten (Ja, ja, ... die scheiß Beamten unter uns... oder weh meint Thomas??)

Etliche Stecker und Buchsen mussten noch zusammengeführt werden, Verstärker verschoben und Mikrofone positioniert. Als jeder seinen Kopfhörer aufhatte schickte Marcel probeweise den Soundtrack eines Beate Uhse Videos auf die Kopfhörerkanäle. Kannte ich aber schon.

Dann dürfte jeder ein paar Töne spielen. Ich fing an und alle schüttelten mit dem Kopf. Wenn die anderen was spielten zollten sie sich gegenseitig Lob und Anerkennung. Dann spielten wir alle zusammen und jeder behauptete, er (oder sie) könne sich nicht hören. Nachdem jeder etwas lauter gedreht wurde war es dann allen zu laut. Andy hat dann die Gesamtlautstäke zurückgenommen, und jeder meinte, jetzt sei es besser. Eigentlich klang es wie vorher

Das war es dann auch für den ersten Tag. Mit Musik-machen hatte das eigentlich wenig zu tun.

Thomas

3. Oktober 2003:

Steffi war mal wieder viel zu früh wach - um 7 war die Nacht zu Ende - son Sch..! Aber: Zeit sollte man konstruktiv nutzen, also hab ich mir erstmal n Video angeschaut, zur Feier des Tages mal wieder mein Lieblingsfilm: Schlaflos (wie passend) in Seattel. Filme wurde um 9 Uhr unterbrochen.. Sch..., der Wasserkochern und der Ofen angeschmissen, die Dritten geputzt und so weiter und so weiter.. Hektik kam erst auf, als Micha (pünktlich wie immer... son Sch...) vor der Tür zum Abholen stand.

n.n.

4. Oktober 2003

Gesundheitsbewußt wie wir nun mal sind, achten wir auch bei der ganzen Aufnahmearbeit auf eine ausgewogene Ernährung.
Das bedeudet, sämtliche Imbissmöglichkeiten in der näheren Umgebung steigern ihren Umsatz um ein Vielfaches.
Hier ein kleiner Auszug:
Donnerstag: Currywurst mit Pommes
Freitag: Wahlweise Döner oder Hamburger
Samstag: Steffi kauft diverse Süßigkeiten, um uns alle bei Laune zu halten.

5. Oktober 2003

Puh.... die Zeit vergeht und die Jungs lassen sich schon seit 2 Stunden so richtig aus... die Uhr zeigt 22 Uhr; Micha hats (doch noch nicht ganz, steht aber kurz davor und bekommt aufmunterndes Lob vom Mixmaster) im Kasten; Thomas macht auch schon seit einigen Minuten Trockenübungen und brennt darauf, eine Stelle ca. 50 mal einzuspielen, bis auch das letzte Detail perfekt ist. Detlef hat es sich auf der Matratze ("Weeßt Du, watt dit für Klecken sind?") gemütlich gemacht. Er hat einen zufriedenen Gesichtsausdruck aufgelegt, scheint zu unseren Aufnahmen zu meditieren und blickt andächtig in die Runde.

(Später am Abend)
Marcel scheint (fast) noch kein bißchen müde (oder kann seine Müdigkeit echt gut verbergen..); und wird sich schon so seine Gedanken machen. Vielleicht denkt er sich ja Folgendes (Eine Momentaufnahme):
"Man, was sind denn das für Schlaffies, Nieten, Versager?? Wann sind sie endlich mürbe und gehen nach Hause?? Dann kann ich endlich die Takes alleine einspielen.. wird doch eh nix mit denen.. kann ich sowie so alles besser! Schließlich übe ich schon seit Wochen (un-)heimlich .. und besser als unsere Senioren bin ich alle mal! Halt... da klappert doch was? Ist es mal wieder das Gebiß vom alten Gremmer? Ach nein - Steffi zerhackt die Tastatur des Laptops!
Und die Knurrgeräusche?? Wessen Magen es genau ist, läßt sich nicht differenzieren.. obwohl wir heute Mittag in den Genuss von ca. 10 Kilo Spaghetti, 7 Liter Soße, 2 Eimer Gurkensalat und 7 Packungen Eis bei Marcels Mama kamen, stehen wir hier kurz vorm Verhungern (oder doch nur die Steffi??).. Wieviel Energie der Gedanke und die Versuche, "gut" zu sein kosten...!

Spruch des Tages könnte werden: "Der war ziemlich gut!" - gefolgt von: "Laß mal hören!" Diesen Dialog üben Marcel und Thomas nun schon seit einer Stunde (Daher können sie ihn aber schon fast perfekt).
Da kommt noch einer: "Heb den uff und geb mir noch einen!"

Steffis Langeweile zwischendurch ist kaum zu übersehen. Sie tigert durch den Raum, schaut sich jedes Foto, jede Sprüche und sonstige eingestaubten Dinge an. Zum Glück gab es Video-Kamera und Fotoapparat.


 




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